Viele Menschen leiden zumindest einmal im Leben an einer Magenentzündung (Gastritis). Eine Magenentzündung kann viele Ursachen haben. Mehr als 90 Prozent der Patienten leiden an einer der drei häufigsten Formen, nämlich der A-, B- oder C-Gastritis. Die A-Gastritis – das „A“ steht für Autoimmunerkrankung – ist die seltenste Form, während die B-Gastritis oder bakterielle Gastritis am häufigsten auftritt. Nachdem die Medizin fälschlicherweise lange Zeit der Meinung war, dass im sauren Magen keine Bakterien überleben können, haben in den 1980er Jahren zwei Australier das Helicobacter pylori entdeckt und dafür auch 2005 den Nobelpreis für Medizin erhalten. Diese Entdeckung hat die Therapie der Magenentzündung und ihrer Komplikationen (vor allem der Ulkuserkrankung) revolutioniert. Die Diagnose kann invasiv (mittels Magenspiegelung mit Biopsie) oder nicht invasiv mittels Atem- oder Stuhltest erfolgen. Zur Behandlung stehen heute Antibiotika (die sogenannte Eradikation) zur Verfügung. Komplizierend wirken sich allerdings zahlreiche Resistenzen aus. Hier kann der Spezialist auf spezielle Antibiotikakombinationen oder besondere Formen der Antibiotikaeinnahme (serielle Einnahme) zurückgreifen. Weiters besteht die Möglichkeit bei der Magenspiegelung mit Hilfe einer Gewebeprobe eine Bakterienkultur anzulegen und in Folge das Resistenzverhalten gegenüber bestimmten Antibiotika auszutesten.

Die C-Gastritis oder chemisch-toxische Gastritis kann durch Medikamente oder galligen Reflux bedingt sein. Insbesondere bestimmte Schmerzmittel bergen bei fehlenden Schutzmaßnahmen entsprechend den Richtlinien das Risiko einer Gastritis- oder Ulkuserkrankung.